Gefräßige Schlossgespenster

(Die Geschichte ist tatsächlich so passiert!)

Ein Mietkochauftrag bescherte mir einen Besuch in einem wunderschönen Tiroler Schloss – wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert. In dem österreichischen Gemäuer fand ich mich recht schnell zurecht.

Den mise en plase– Plan des Tages habe ich bereits vom Vortag vorbereitet. Er lag in der Küche. Ich beginne mit den Vorbereitungen des gegenwärtigen Tages. Geflügel Involtini stehen als eine Hauptgangvariante auf dem Speiseplan. Also bereite ich gekonnt eine grüne Spinatfarce als Füllung vor, rolle meine Geflügelpäckchen und kühle diese Portionsgerecht für den abendlichen Service ein.

Am Mittag wurden noch einige à la carte Gerichte gekocht, kurz danach ging ich in die Pause und kam um 17:30 Uhr wieder, um für die Hausgäste zu kochen.

Meine Vorbereitungen waren ja getroffen, zumindest denke ich das. Denn als die ersten Gäste eintrafen erlebte ich mein blaues Wunder, direkt der erste Tisch bestellte zwei mal Geflügel Involtini. Von meinen Vorbereiteten sind aber keine mehr da.

Kurz entschlossen teilte ich der Serviceleitung mit, dass es statt Involtini heute nur gebratene Geflügelbrust gäbe.

Meine Recherche ergab später, dass der Inhaber hungrig in die Küche kam und meine Geflügel Involtini sah und kurzerhand ein leckeres Essen für eigene die Familie kochte.

Die Folge dieser Erfahrung war, dass ich meine mise en plase immer sicher versteckte und das bis zum heutigen Tag.